INPLAY:Madness Is Comming


Adélie and Clywd:

Hat die außergewöhnliche Liebe nun ihr Ende gefunden? Adélie wurde in ihre Welt gebracht, der Vampir hat nur zugesehen. Haben die beiden sich Aufgegeben? Werden sie sich wiedersehen, so wie es das Schicksal immer wollte? Eins steht fest, wenn das Schicksal es will, dann werden sie sich wiedersehen, so war es immer und wird es immer sein. ______________________________________________________

The Child:

Ein Kind, ist in Thor´s leben getreten. Seiner verstorbenen weißen Vi so ähnlich. Wer ist das Kind? Werden sich ihre Wege erneut Kreuzen? ______________________________________________________

Liara:

Eine Veränderung geht durch das Kind von Balian und Kotori. Etwas tief in ihr ist dabei zu Erwachen. Doch was ist es? Was wird mit dem jüngsten D-Kind geschehen? Ist es gut oder schlecht? Das wird die Zeit zeigen. ______________________________________________________

The good Soul:

Noch immer befindet sich die Seele des Engel in den Fängen des Buches. Das Universum versinkt im Krieg, nicht mal die Götter Asgards können dies noch im Schach halten. Wird man die Seele befreien können? ______________________________________________________

INFORMATIONS


Von Luzifer verleitet oder von Gott erlöst? Wo immer dein Weg dich auch in dieser Welt hinführen wird – das Schicksal ist stets an deiner Seite um dir zu zeigen WER du bist.
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WELCOME TO A Magical Journey


Wenn die Menschen zum Himmel aufsehen, dann fragen sie sich immer wieder ob es wohl noch Leben da draußen gibt. Nichts fasziniert die Menschheit mehr als das Ungewisse vor einer Ungelösten Frage zu stehen und tun alles um der Antwort auf die Schliche zu kommen. Sie bauen Teleskope um in der weiten unbekannten Ferne etwas erkennen zu können. Der Wunsch nach Antwort lässt sie alle rotieren und zu neuen Fantasien und Gedanken treiben. Doch ihre Antwort ist näher als viele vermuten würden. Sie befindet sich direkt vor ihren Augen. Unter ihnen – versteckt und verborgen in der Seele jedes Wesens.
Facts For You F
#1

So Finster die Vergangenheit: Meet Erias Hollow

in Parallelwelt 12.01.2015 23:17
von Brad • Dark Singularity | 2.519 Beiträge
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#2

RE: So Finster die Vergangenheit: Meet Erias Hollow

in Parallelwelt 12.01.2015 23:31
von Lilly • 4 Beiträge

Müde. Erschöpft. Verwirrt. Traurig. Einsam. Alleine. Nur ein paar Worte mit denen sich Lilly momentan selbst beschreiben würde. Und wahrscheinlich war das Meiste davon noch nett ausgedrückt. Wie sollte sie sich denn schon fühlen? Nicht nur, dass sie an ihrem 17. Geburtstag alles verloren hatte, was sie je besessen hatte. Nein, sie hatte auch noch den letzten Rest verloren. Ihre Mutter. Sie wurde ihr auch noch geraubt, als ob sie nicht schon alles gegeben hatte. Es war schon beinahe faszinierend, immerhin hatte ihre streng gläubige Mutter ihr immer eingeprägt, dass alles aus einem bestimmten Grund geschiet. Doch den wollte die junge Frau in diesem Moment wirklich gerne mal wissen. Wollte der ach so tolle Kerl da oben im Himmel seine Menschlein mal wieder etwas leiden sehen? Seine eigene Folge von ‚Die kleinen und großen Gräueltaten des Alltages‘ drehen? Weil genau so kam ihr das gerade vor! Warum sonst sollte sie nun ohne etwas da stehen? Die wenigen Klamotten, die ihre Mutter hatte fallen lassen, und die, die sie selbst trug? Erschöpft sank sie in dem Sitz nach unten.
Doch sie entdeckte noch etwas anderes. Nicht nur Sachen waren in der kleinen Tasche ihrer Mutter gestopft gewesen. Nein, ein Brief. Sie erkannte die Schrift ihrer Mutter sofort. War auch nicht schwer, wenn man es genau nahm. Immerhin kannte sie sonst niemanden, der so einen ausladenden Schreibstil hatte, dass man fast das ganze Couvert einnahm mit dem Adressanten. Allein dieses Schriftstück hatte ihr schon erneut die Tränen in die Augen getrieben, immerhin war sie erst vor kurzem von ihrer Mutter getrennt worden. Hilflos hatte sie zugesehen, wie die Männer sie verschleppt hatten. Einfach in einen Wagen gezerrt hatten. Und nun war sie verschwunden. Als ob es sie nie gegeben hätte. Nur sie selbst war ein Zeichen dafür, dass ihre Mutter überhaupt existiert hatte. Zwar wusste sie, dass es ein Briefgeheimnis gab, aber wen kümmerte das jetzt schon noch? Ihre Mutter im Moment bestimmt nicht. Also riss sie voller Neugierde auf Antworten den Brief auf und begann zu lesen.
Bis ihr praktisch alles aus dem Gesicht fiel. Viel stand nicht auf dem einen Blatt Papier, was sie in den Händen hielt. Doch es bedeutete ihr die Welt. Sie hatte Familie. Zumindest sprach ihre Mutter darin mit ihrem Bruder. Also Lillys Onkel. Vielleicht war sie ja doch nicht so alleine auf der Welt, wie sie es bisher immer erahnt hatte. Ihre Mutter hatte nie viel über ihre Vergangenheit geredet. Es gab keine Kinderfotos von ihr, oder alte selbstgemalte Bilder. Es kam ihr manchmal so vor, als ob die ältere Frau einfach schon als Erwachsene auf die Welt gekommen war. Was sollte die Blondine denn sonst auch denken? Ihrer Mutter waren immer neue Ausreden eingefallen, warum sowas nicht existierte. Mal war es ein Brand, dann doch wieder ein Umzug. Alles und nichts. Schall und Rauch und alles ohne Beweise. Deshalb hatte das Mädchen auch schon lange aufgehört gehabt zu fragen. Sie wollte keine Lügen mehr hören und Wahrheiten bekam sie nicht. Die einzige Wahrheit hielt sie nun in ihren Händen. Feinsäuberlich geschrieben. Elias Hollow. Noch nie hatte sie diesen Namen gehört oder gelesen. Ihre Mutter schien gewusst zu haben, wie man die Spuren verwischen konnte, wenn man das wirklich wollte. Ob ihr das Sorgen bereiten sollte, wusste sie nicht wirklich, aber gerade konnte sie ihre Gedanken auch einfach nicht mehr ordnen. Denn plötzlich war da sowas wie Familie, Verwandtschaft. Mehr als dieses kleine Kaff, in dem sie sich bisher herumgeschlagen hatte. Zwischen Mitschülern, die sie mobbten, und alten Omas, die sie nur als frech bezeichneten. Nie hatte sie es jemanden recht machen können. Sie hatten kein Geld für teure Sachen, noch hatten sie viel Zeit. Doch das alles schien nun der Vergangenheit anzuhören. Sie würde zu ihrem Onkel fahren und ihn um Hilfe bitten. Er musste ihr doch einfach helfen, seine Schwester und ihre Mutter wiederzufinden. Immerhin waren sie miteinander verwandt!
Der Zug begann langsam loszurollen, als sie ihren Entschluss gefasst hatte. Sie war einfach in den Zug gestiegen, in den ihre Mutter sie gerade verfrachten wollte. Sie wusste nicht einmal, wohin er ging. Doch wahrscheinlich in die richtige Richtung. Denn sonst hätte sie den Brief nicht dabeigehabt. Dessen war sie sich sicher.
Die junge Frau schloss ihre Augen und atmete für einen Moment tief durch. Da war sie nun. Alleine. Ohne Ausbildung. Ohne Abschluss. Und fuhr zu einem Verwandten, der sie nicht einmal kannte, in der Hoffnung, er würde ihr helfen ihre Mutter zu finden, die entführt wurde. Das klang doch schon beinahe wie einer dieser schlechten Krimis? Oder war das nur ihr Empfinden? Sie griff noch einmal nach ihrem Handy. Nichts. Keine Nachricht von den Entführern, oder ihrer Mutter. Sie war also doch alleine.
Der Waggon war so gut wie leer. Nur weiter vorne saß ein älteres Ehepaar, das sich momentan darüber stritt, welches Schloss nun das schönere war. Wahrscheinlich gehörten sie zu den abertausenden Touris, die sich jedes Jahr in England tummelten und wahrscheinlich noch vernarrter auf die Queen waren als es die meisten Engländer selbst waren. Die junge Frau fand nur das Baby echt niedlich, was Kate geboren hatte.
Sie war so in ihre Gedanken vertieft, dass sie die Tür erst später mitbekam. Im ersten Moment wusste sie auch nicht, wohin sie den Kerl mit den komischen Klamotten stecken sollte. Doch dann fiel ihr alles aus dem Gesicht. Der Kerl war ein verdammter Kontrolleur. Und sie hatte keine Karte. Ihr Herz begann ihr bis zum Hals zu schlagen. Konnte sie sich jetzt noch irgendwo verkriechen oder würde das auffallen? Die Flucht ergreifen war sinnlos, sie saß im letzten Waggon. Hinter ihr waren nur noch die Gleise. Oh nein, wie sollte sie nur heil da rauskommen? Sie besaß kein Geld, keine Ausrede. Und vor allem keine Fahrkarte! Der würde sie doch direkt rausschmeißen. Und dann würde es bestimmt nicht lange dauern, bis man sie auch fasste. Dann war alles zu spät. Sie sank für einen Moment immer tiefer in den Sitz. Schlafen! Sie sollte sich schlafend stellen. Also schloss sie die Augen und versuchte ihren Atem zu beruhigen. Wirklich schwer, wenn man bedachte, dass sie unter einem enormen Druck stand. Für einen Moment dachte sie auch, dass es funktioniert hatte. Doch dann bekam sie ein sanftes Rütteln mit. „Miss, ihre Fahrkarte?“ Die Stimme war jung. Wahrscheinlich war der Kerl kaum älter als sie selbst. Aber er brachte sie nun in die schlimmste Lage ihres Lebens. Mit Angst in den Augen wandte sie ihren Blick nun nach oben und sah zu ihm. In diesem Moment öffneten sich die Türen des Zuges erneut.

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#3

RE: So Finster die Vergangenheit: Meet Erias Hollow

in Parallelwelt 14.01.2015 23:45
von Brad • Dark Singularity | 2.519 Beiträge

Wie wenig den Menschen das Leben anderer bedeutet, erkennt man nicht nur an dem offensichtlichen Elend, wie zum Beispiel dem Obdachlosen. Dessen verwahrlostest Aussehen eingepfercht zwischen dem Eingang zum Kings Cross Bahnhof und einem kleinen Kiosk, jeden nur ein desinteressiertes Naserümpfen entlockt. Sondern auch an den Dingen die uns entgehen. Würde mehr Umsicht auf das was um uns herum geschieht walten lassen, hätte man so einiges in Bewegung gesetztes Schicksal, noch zum Guten wenden können. Wie das von Lilly Silverstone.
Doch als der schwarze Bulli sich von hinten den beiden Frauen, die eine jung mit langen blonden Haaren und die andere älter mit kurzen braunen näherte, sah es nur eben jene arme Seele, dessen Leben von Leid schon geprägt war. Und ein weiteres ihn nicht mehr Wirklich vorkam. Das zerfurchte faltige Gesicht, leicht gelb mit graubraunen Stoppeln, hier und da mal länger mal kürzer, zuckte nicht einmal. Es geschah in binnen von Sekunden. Die Tür des Bullis glitt in voller Fahrt auf, zwei paar Hände erschienen und bevor es noch das junge Mädchen begriff, hatte es der verruchte Schnorrer neben dem Eingang schon begriffen. Ihre Mutter war nicht mehr da. Gezerrt in das Fahrzeug das genau in derselben Geschwindigkeit weiter fuhr, wie es angerollt war. Mit trüben, fast nüchternen Blick beobachtete der Mann wie das Mädchen stehen blieb und sich verwirrt umdrehte. Erst als das Auto aufbrausend Fahrt aufnahm und sich in den Verkehr einordente, rannte sie los. Dem Wangen nach. Aber nach den ersten paar Schritten gab sie auf. Es war zu spät.
Für einen kurzen Moment bedauerte der Obdachlose sie. Allerdings nur solange bis eine kalte Böe kam und an seiner dünnen Jacke zerrte. Sie riss das Mitleid mit sich und als er später am Tag ein Polizisten sah, zu diesem Zeitpunkt war die kleine schon längst im Bahnhof verschwunden, war das einzige was ihm in den Kopf kam, nicht mit dem Alkohol erwischt zu werden.
Am Ende war Lilly im Ignoranten Blick der Gesellschaft, ihre Mutter entrissen worden.

Die Dame am Ticketschalter lächelte. Sie war bemüht es so hübsch wirken zu lassen und dabei nicht zu Übertrieben zu wirken. Als diese Geste ihr dann erwiderte wurde, flatterte ihr Herz „Vielen Dank und hier wären dann ihre Tickets, Sir“, sie schob dem Mann vor ihr die zwei Papierabschnitte mit den Fingern hin und freute sich in Gedanken, Gestern noch bei der Maniküre gewesen zu sein. Im Gesicht ihres Kunden wurde der Charme noch offensichtlicher und in einem letzten Versuch bleibenden Eindruck zu hinterlassen, fügte sie ein „Haben sie eine gute Fahrt, der Zug sollte Pünktlich abfahren“
Sie hob den Kopf, klimperte mit den Wimpern und empfand eine tiefe und abrupte Unzufriedenheit als dies sich als Nutzlos herausstellte. Ohne ein weiteres Danke hatte der Mann sich zielstrebig abgewandt. Aus dem Hintergrund hörte er ein „Arschloch“, ertönen und nun erschien ein ganz anderes Lächeln auf seinen Lippen. Süffisant, belustigt und etwas das irgendwie fehl am Platz wirkte. Mit erhobener Hand sah er auf die Tickets die ihm Gleiß 12 verrieten, sowie Ziel und Endstation.
Kings Cross London – Derbyshire, Long Eaton
Eine fast drei Stunden Fahrt, Umstieg mit eingerechnet. Kurz schwankte der Blick aus Türkisen Augen, die im dämmrigen Morgenlicht eher Grün wirkten, auf die Uhr seines Armes. Abfahrt war pünktlich um 8:15 angesetzt und jetzt war es 8:13. Eilig kam Bewegung in den großen Körper der keine Probleme hatte sich seinen Weg zwischen herumlungernder Schüler, geschäftigen Erwachsenen und neugierigen Touristen zu bahnen. Als der Mann Bahnsteig 12 erreichte, begannen sich schon die ersten Türen zu schließen und mit einem Hechtsprung erwischte er die Tür, zu seiner linken. Der Zug fuhr ab.
Das Kräftige Ruckeln versetzte ihm einen Schwung gegen die Tür und man hatte den Eindruck als sei es das erste Mal, dass dieser Mensch überhaupt einen Zug von innen sah. Doch dann griff er zur Tür und mit einem Ruck zog er sie auf.
Die lange Reihe rechts und links von ihm bestand aus schwarzen Sitzen im ersten Eindruck gemütlich aussehen. Licht viel durch die Fenster und versetze das Ganze in eine wohlige morgendliche Atmosphäre.
„Miss wenn sie keine Fahrkarte haben, muss ich sie auffordern mir ihren Ausweis zu geben“, eine schneidende Stimme, hell wie klirrendes Eis mit eindeutig schottischen Unterton durchbrach den gemütlichen Blick auf das Ganze des Mannes. Kurz schwankte sein Blick über das alte Pärchen, welches links von ihm saß und die Köpfe zum Geschehen Gewendet hatten.
„Wollen sie mich hier ärgern? Es ist illegal einen Zug ohne Fahrkarte zu betreten. Schwarzfahren kostet sie eine Menge Geld und wenn sie sich weigern mir ihre Anschrift und Personaldaten zu verraten, kann ich auch die Polizei holen. Und ich glaube nicht das sie in ihrem jungen Alter das wollen oder?“, kam eine erneute Welle der mürrischen Stimme auf. Sie hatte schon fast penetrantes und ließ keine Spur von Einsicht und Gnade zeigen. Langsam bewegte sich der Mann auf die Situation zu und erkannte ein Mädchen die verschüchtert, mit blassen Gesicht zusammengesunken im Sitz saß. In ihren Augen konnte man den Kampf um das zurückhalten von Tränen sehen. Doch dies schien dem Herren vor ihr, der groß und schlaksig in einem blauen Anzug steckte, nicht davon abzuhalten das Mädchen mit seinen Blick zu sezieren.
Kurz zuckte etwas im Blick des Mannes auf, der hinter dem Kontrolleur stand und räusperte sich dann sehr laut. Verwirrt und noch immer mit den verdrießlichen Gesichtsausdruck eines Zwergpinschers der sich in etwas verbissen hatte, drehte er sich mit einem „Moment eben“ um. Bevor der Kontrolleur aber zu einem zweiten Angriff auf das hilflose Mädchen kam, hob der erschienen Fremde die Hand und zeigte zwei Karten „Sie gehört zu mir. Und wenn Sie sie weiter belästigen, dann wäre ich wirklich interessiert was die Polizei von Belästigung junger Mädchen hält“
Sofortige stille trat ein. In beiden Gesichtern, sowohl in die des Mannes im blauen Dienstanzug als auch des Mädchen zeigte sich gewaltige Verblüffung. Immer noch die Karten seinen Gegenüber unter die Nase halten, hob der Mann eine Augenbraue. Seine Haare glänzten in der Sonne Goldblond und das Lächeln welches nun erschien war herausfordernd.
Kurz öffnete der Kontrolleur seine Lippen um etwas zu erwidern, doch als er den Blick der Türkisen Augen sah nickte er nur kurz und mit einem letzten mürrischen auf das Mädchen, wand er sich zur Tür am anderen Ende des Zugabteils.
Der blonde Mann lächelte ihn nach und als er zu seiner rechten Blickte, nahm er das Gesicht des jungen Mädchens in Anschein. Was war sie jung, dachte er und neigte sich etwas zu ihr runter „Alles in Ordnung junge Miss“, fragte er sie und reichte ihr die zweite seiner Karten hin. Doch sie reagierte nicht. Seine Mine zeigte Verständnis „Ist schon gut, meine Begleitung hat abgesagt ich hätte sie eh zu viel gehabt. Nehm sie ruhig kleine Miss“, und er hielt sie ihr weiter hin. Ganz zaghaft, als wäre sie sich nicht sicher ob das was da vor ihr stand gerade real wäre, nahm sie ihm den Papierstreifen ab. Sein lächeln wurde breiter und eine Reihe weißer Zähne kamen zum Vorscheinen.
Dann richtete er sich auf, drehte seinen Kopf nach links und rechts und schien etwas was zu entscheiden. In der nächsten Sekunde saß er ihr im Vierer der Sitzgruppe gegenüber am Fenster. „Vielleicht sollten wir den Schein eine Weile wahren. Wer weis ob unser Freund noch einmal zurückkommt“, und mit einem entspannten Seufzer ließ er sich in die schwarze lehne Fallen. Erneut blickte er dem Mädchen ins Gesicht und betrachtete fasziniert ihre grünen leuchtenden Augen. Das Gesicht war eingerahmt von langen Wellen aus blonden Haar welches ihr über ein grünen Pullover viel. Er schätzte sie auf 16 vielleicht auch auf 17 oder 18. Bei der Jungend von heute konnte man das aber alles nicht mehr so genau sagen. Und als sich ihre Blicke streiften, ihrer verschüchtert seiner neugierig, reichte er ihr die Hand über den Tisch hinweg, der zwischen den beiden an der Wand angebracht worden war „Joe Black, freut mich dich kennen zu lernen“ , und daran wie er es sagte, erkannte man das er es wirklich war.



zuletzt bearbeitet 15.01.2015 17:14 | nach oben springen

#4

RE: So Finster die Vergangenheit: Meet Erias Hollow

in Parallelwelt 17.01.2015 12:06
von Lilly • 4 Beiträge

Lilly hätte nie gedacht, dass man sich so einsam fühlen konnte. Allein gelassen von der Welt und den Menschen. Sie hatte gedacht, dass sie in diesem kleinen Dorf völlig alleine war – immerhin hatte sie dort keine Freunde gehabt, da sie einfach kein Geld gehabt hatten. Sie wurde in der Schule fertig gemacht, da sie nicht das neuste Handy hatte, Über ihre Sachen konnten sie wenigstens nicht herziehen, da sie eine Schuluniform tragen mussten. Wie lange sie und ihre Mutter gespart hatten, damit sie sich diese überhaupt leisten konnten. Sie war in ihrem ganzen Leben immer nur eine Außenseiterin gewesen. Ohne Freunde, Bekannte, Bezugspersonen. Niemals hätte sie gedacht, dass sie sich trotzdem noch mehr verlassen fühlen konnte. Doch nun hatte man ihr auch noch die letzte Person genommen. Selbst mit viel Hoffnung konnte sie einfach nicht mehr positiv denken. Sie hatte einen Brief, der ihr eine neue Familie versprach. Doch wollte sie diese überhaupt ohne ihre Mutter kennenlernen? Vielleicht wollten sie das junge Mädchen gar nicht, immerhin wussten sie bestimmt nicht einmal von ihrer Existenz. Zumindest hatte das Mädchen ja auch nichts von ihnen gewusst. Da war es irgendwie klar gewesen, dass es andersrum genauso war. Aber hieß es nicht immer, dass Familie zusammenhalten musste? Sie hoffte so sehr, dass sie sich damit nicht irrte, sonst hätte sie alles umsonst auf sich genommen. Jedes Leid wäre ihr umsonst widerfahren. Und als nun noch der Kontrolleur den Zugabschnitt betrat, wusste sie, dass ihr letztes Stündlein – zumindest in diesem Zug – geschlagen hatte. Er würde sie gnadenlos vor die Tür setzen.
Je mehr der Kontrolleur auf sie einsprach, desto mehr sackte sie in sich selbst zusammen. Wie sollte sie das denn bloß schaffen? Sie hatte ja nicht mal genug Geld bei sich, um den morgigen Tag zu überstehen. Nicht mal was gegessen hatte sie heute schon. Sie war am Verhungern, doch der Mann schlug weiter mit seinen Worten auf sie ein. Ihren Blick hatte sie schon längst von ihm abgewandt. Sie konnte ihn nicht ansehen und sie würde ihm nicht ihren Ausweis geben. Wahrscheinlich würde es sie dann nur noch mehr Ärger kosten. Als er meinte, dass er dann die Polizei holen würde, flammte sowas wie Hoffnung in ihr auf. Doch das wurde direkt zerstört, wann hatte die Polizei denn schon mal jemanden wiedergefunden? Tränen stiegen ihr in die Augen, die sie schon beinahe verzweifelt versuchte wegzublinzeln. Sie wollte jetzt nicht weinen, wahrscheinlich sah es dieses Arschloch dann doch eh nur als ein Versuch ihn milde zu stimmen. Wie sehr sich die Menschen doch irren konnten, wenn sie die Hintergrundgeschichte nicht kannten. Je mehr er redete, desto fester presste sie ihre Lippen aufeinander. Sie würde nicht einen Ton sagen, nicht ein Wort würde über ihre Lippen kommen. So eingeschüchtert sie auch war, er müsste sie wegzerren. Denn sie wollte um alles in der Welt in diesen Ort. Dort lebte ihr Onkel. Verwandtschaft. Eine Person, die sie bestimmt aufnehmen würde.
Doch gerade als sie wirklich fast zu weinen begann, schnitt eine Stimme durch die Luft. Es war eine angenehm ruhige Stimme. Charme lag darin und auch etwas herausforderndes. Als ob er alles in dieser Welt als ein Spiel oder eine Herausforderung sah. Es dauerte einige Sekunden, bis sie die Worte kapierte, die der Mann gesagt hatte. Ihr Blick glitt nach oben, direkt in sein Gesicht. Die Züge des Mannes waren weich, auch wenn sich einige harte Seiten in seinem Gesicht zeigten. Die Augen schienen in diesem Licht förmlich zu glitzern. Die Augenfarbe war fernab von jedem natürlichen, doch das schien nicht einmal schlimm. Es war ein weicher Ton, zumindest wenn der Blick auf sie fiel. Doch wenn er den Kontrolleur ansah, schienen die Augen sich zu verdunkeln. Kälter und härter zu werden, als ob es Stahl wäre. Ein Schauer lief über ihren Rücken, als sie ihn dabei ansah.
Als der Kontrolleur abzog, atmete sie erleichtert auf. Wenigstens war diese Gefahr gebannt. Es war vielleicht nur für den Moment, doch es war besser als gar nichts. Auf seine Frage nickte sie nur ein bisschen auf. Sie konnte nicht reden, ihre Kehle war wie zugeschnürt. Besonders als er ihr die Karte hinhielt. Sollte sie etwas sagen? Sie konnte doch nicht einfach eine Karte nehmen, immerhin gehörte sie bestimmt jemand. Doch er bestätigte ihr dann, dass sie diese nehmen konnte. Langsam streckte sie ihre Hand aus, nur nicht zu schnell. Immerhin konnte es ja doch bloß ein Traum sein. Oder ein Streich ihres Kopfes. Doch als sie das Papier berührte, kamen ihr für einen Moment fast wieder die Tränen. Sie war sicher. Sie hatte eine Karte. Niemand würde sie rauswerfen. Sie würde zu ihrem Onkel kommen. Sie würde bald in Sicherheit sein. Wie an einen Rettungsanker klammerte sie sich nun an die Karte und sah auf, als er sich dann zu ihr setzte. Langsam begann sie sich nun auch zu entkrampfen und sich normal hinzusetzen. Immerhin saß sie noch immer in dem Sitz, als ob sie jeden Moment von einem Henker erschlagen wurde.
Leicht glitt ihr Blick über ihn, er hatte sie nun eigentlich in der Hand. Immerhin war es seine Karte, er konnte sie auffliegen lassen, wenn er wollte. Da wollte sie nicht zu neugierig sein. Als er ihr dann die Hand über den Tisch reichte, nickte sie etwas. Sie traute ihrer Stimme noch immer nicht ganz, doch sie würde es versuchen müssen. Immerhin wollte sie ja auch nicht unhöflich wirken. Sie griff zaghaft nach seiner Hand und schüttelte diese. Sie war groß, und fühlte sich weich an. Doch man konnte auch sehen, dass er ein Macher war. Wahrscheinlich beides. Leicht blinzelnd hob sie ihren Blick und sah wieder in die Augen. Türkis. Strahlend in dem Licht der Morgensonne. Für einen Moment fühlte sie sich, als ob sie ihn angestarrt hatte, weshalb sie ihren Blick senkte. „Lilly..“ Ihre Stimme klang krächzend und gar nicht wie ihre. Also hustete sie kurz. „Lilly Silverstone, freut mich ebenso, Mr. Black.“, meinte sie nun und klang wieder normal. Zumindest nicht mehr ganz so kratzig und krank, wie sie es bis gerade noch getan hatte.
Ihre Hand zitterte, während sie diese nun durch ihre Haare fahren ließ. Wieder hob sie langsam den Blick, doch traute sich nicht mehr wirklich in seine Augen zu schauen. Denn es war, als ob sie dann einfach nur ihn anstarren konnte. Und bei einem Fremden war das doch mehr als unpassend und unangenehm. Ihre Hände verschränkte sie, während sie mit dem Ring spielte. Fast das einzige, was sie nun noch von ihrer Mutter besaß. „Ich kann ihnen gar nicht genug danken. Sie haben mir sprichwörtlich das Leben gerettet gerade.“, meinte sie nun leise um nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erregen. Natürlich war nur noch das ältere Pärchen in diesem Abteil, aber man wusste ja nie. Ältere Leute waren oft sehr schwatzhaft und konnten einfach nicht ihre Klappe halten. Leicht hob sie nun doch ihren Blick und riskierte noch einen kleinen Blick in seine strahlenden Augen. „Ich stehe in ihrer Schuld.“, meinte sie nun sanft. Man konnte an ihrer Stimme hören, dass sie jedes Wort ernst meinte. Dass es nicht nur eine Floskel war, die man jemand sagte, um ihn zu beruhigen. Sie war wirklich der Meinung, dass sie in seiner Schuld stand. Immerhin hatte er ihr gerade das Zugticket in Richtung Familie gegeben. In Richtung Sicherheit und gewissenerweise auch in Richtung Familie. Ihr kamen wieder die Tränen, aber diesmal mehr aus Freude. Wenn sie erst einmal da war, dann würde sie auch bald ihre Mutter wiedersehen. Dann hatte sie bald ihre Familie wieder bei sich. Bald würde alles wieder gut werden.

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